Rechenschaftsbericht 2005 der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendpolitik
Das Jahr 2005 war geprägt von der Landtagswahl und den dann gescheiterten Koalitions- / Tolerierungsverhandlungen mit der SPD und dem SSW.
Die LAG hat sich im Vorfeld der Landtagswahl mit dem Aufstellen des Wahlprogramms beschäftigt. Im Vordergrund stand das Thema: Leben mit Kindern.
Insbesondere die Diskussion über die Kindertagesstätten, gerade vor dem Hintergrund des Ausbaus der Kinderbetreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren (TAG), war ein zentrales Thema in 2005. Für uns standen folgende Maximen im Vordergrund:
Bildungsangebote im KITA-Bereich verstehen wir von der Geburt bis zur Einschulung. Aus entwicklungs- und lernpsychologischer Sicht ist besonders die pädagogische Phase von 0-2 Jahren von großer Bedeutung!
Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen haben wir gemeinsam mit der LAG Bildung folgende Punkte durchsetzen wollen und angesichts der aktuelle geführten Debatte um die Familienpolitik im Bund zeigt sich, dass wir der Zeit voraus waren. Leider konnten wir diese Politik nicht in Regierungspolitik in SH umsetzen:
- Wir wollten ein landesweites Bildungsprogramm für Kinder in Kindertagesstätten von der Geburt bis zur Einschulung.
Folgende Schwerpunkte halten wir dabei im Sinne des notwendigen ganzheitlichen Bildungsansatzes für wichtig:
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- Basiskompetenzen bei den Kindern fördern
- Lernen wie man lernt
- Sprachliche Bildung und Förderung
- Mathematisch- und Naturwissenschaftliche Bildung – Kinder zu Forschern machen
- Umweltbildung und – erziehung
- Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung
- Sozialkompetenz
- Musikalische Bildung
- Bewegungserziehung
- Gesundheitliche Bildung und Erziehung (gesunde Ernährung)
- Wir wollten die Schaffung eines landesweiten Bedarfs- und Innovationsfond "Bildung", (Outputorientierung, d.h. die Maßnahmen fördern, nicht das System) um bereits frühe Ansätze frühkindlicher Bildung verstärkt zu unterstützen, aber auch zu initiieren.
- Unser Ziel war ein verbindliches Kindertagesstättenjahr vor der Schule für alle Kinder
- Verstärkte Förderung von Kooperationen von Kindertagesstätten mit der Grundschule
- Verankerung eines modernen "Schulfähigkeitsprofil" das verbindlich im Bildungsprogramm als strategisches Ziel verankert und im Sinne einer Ziel- und Leistungsvereinbarung mit den Trägern der Kindertagesstätten vereinbart werden soll.
- Verpflichtender Spracherwerb vor der Schule für Deutsche und Immigranten
- Erhaltung der Personalbesetzungsstandards
- Entwicklung eines Evaluierungsverfahrens zur Vergleichbarkeit der Angebote im Kitabereich, auch unter Einbeziehung von jährlichen Elternbefragungen
- Erzieherinnen und Erzieher an den Hochschulen qualifizieren. Als ersten Schritt wollen wir den Aufbau eines berufbegleitenden Bachlorstudienganges Elementarpädagogik" für Erzieherinnen und Erzieher.
- Wir wollten gesetzlich verankern, dass die Träger der KITA Einrichtungen verbindlich für Fort- und Weiterbildungen für Erzieherinnen und Erzieher Sorge tragen, dazu gehört auch eine angemessene Zeit für Dienstberatungen, Vor- und Nachbereitungen und die Zusammenarbeit mit den Eltern
- Ausbau Krippenplätze/Tagesmütter und flächendeckendes Angebot für Kleinkinder von 0-3 Jahren ualifizierung von Tagesmüttern entwickeln – mit dem Ziel der Zertifizierung und Qualitätskontrolle. "Assistentin für Elementarpädagogik" an der ErzieherInnenschule/FH.
- Wir wollen eine Vernetzung von Hort und betreuter Grundschule für den Vormittagsbereich schaffen. Die ganztägliche Betreuungsstruktur des Hortes, Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Fachkraftquote soll dabei erhalten bleiben. Die Zusammenarbeit mit Jugendzentren, Familienbildungsstätten und Beratungsstellen etc. soll besonders gefördert werden. Ziel ist ein ganztägig geöffneter Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und deren Familien.
Durch eine strukturelle Umverteilung der Mittel für die gymnasiale Oberstufe wollten wir zur Finanzierung des Bildungsprogramms einen landesweiten "Bildungs- und Innovationsfond: Clever starten!" auflegen und ein kostenloses Kindergartenjahr vor der Schule einführen.
Nach der verlorenen Landtagswahl haben leider keine weiteren LAG Sitzungen mehr stattgefunden. Im Rahmen der aktuellen Initiative von Monika Heinold "Eine verbindliche Gesundheitsuntersuchung für Kinder ab 2 Jahren in Schleswig-Holstein einzuführen" habe ich als Sprecher Monika aktiv unterstützt .
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