Landesvorstand Robert Habeck_172
PM Nr.039.08 vom 30.07.2008

Krokodilstränen der Landesregierung

Zu dem "Rettungsplan" für die Universität Flensburg erklärt der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck:

Die Landesregierung vergießt Krokodilstränen. Erst lässt sie die Uni ausbluten, dann beklagt sie dies.

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass die Uni Flensburg dramatisch unterfinanziert ist. Der vom Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover vorgelegte Ausstattungs-, Kosten- und Leistungsvergleich (AKL) zeigt es zweijährlich schwarz auf weiß. Das Wissenschaftsministerium ist ihr Auftraggeber. Es hätte diese Studie auch lesen können.

Die Uni Flensburg ist eine der innovativsten im Land – und am schlechtesten ausgestattete im ganzen Norden. So löblich Extra-Gelder sind, nötig wäre eine regelgebundene Finanzierung auf der Grundlage des AKL. Dann würde sich nämlich herausstellen, dass das jetzt angekündigte Notprogramm nicht einmal ausreicht.

Besser als Almosen sind politische Regelungen. Nötig wäre weiterhin eine nachhaltige Strategie für die Entwicklung der Uni Flensburg, die vor allen Dingen auch die weitere Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften berücksichtigt. Jetzt ist das Ministerium offensichtlich so verschreckt, dass es Stellen aus der Wirtschaftswissenschaft in die Vermittlungswissenschaften zieht. Ein solcher Verschiebebahnhof wird aber nur dazu führen, dass in zwei Jahren die Wirtschaftswissenschaften ihre Akkreditierung verlieren.

 

 


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