Vernebelung ist nur Verschleierung der Gefahr

Atomkraftwerke nicht sicher vor Terrorangriffen - Vernebelung ist nur Verschleierung der Gefahr
Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen, zu der Aktion:
Wir erinnern mit dieser Aktion an die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vor 26 Jahren. Gleichzeitig wollen wir auf den unzureichenden Schutz aller deutschen Atomkraftwerke vor Terrorangriffen aus der Luft aufmerksam machen.
Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington besteht die Gewissheit, dass auch gezielt herbeigeführte Abstürze von Verkehrsflugzeugen auf Atomkraftwerke nicht mehr auszuschließen sind.

Anlässlich des 22. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl haben GRÜNE in Krümmel das AKW symbolisch vernebelt.
Die ehemalige rot-grüne Bundesregierung hat vor diesem Gefährdungshintergrund die Verwundbarkeit von Atomkraftwerken untersuchen lassen. Dabei wurde deutlich, dass vor allem die älteren Atomkraftwerke lediglich gegen den Absturz von kleineren Flugzeugen gesichert sind und der gezielte Absturz von Verkehrsflugzeugen katastrophale Folgen auslösen kann.
Die AKW-Betreiber RWE, EnBW, EON und Vattenfall entwickelten daraufhin Pläne zur künstlichen Vernebelung der AKW. Die deutschen AKW-Betreiber haben sich mit den Genehmigungsbehörden auf ein so genanntes Vernebelungskonzept geeinigt, in der Hoffnung, das diese "Tarnung" solange anhält, bis militärische Abfangjäger eintreffen, bzw. die Flugzeuge neben dem eigentlichen Reaktor abstürzen. Danach sollen im Falle eines Terrorangriffs aus der Luft (z. B. durch entführte Passagiermaschinen) Nebelgranaten rund um das AKW abgefeuert werden. Dieser Nebel soll das AKW " unsichtbar" machen.
Hier wird die Bevölkerung in unverantwortlicher Weise getäuscht. Denn ein Instrumentenanflug ohne Sicht kann dadurch nicht verhindert werden, da die notwendige Beeinflussung aller Navigationssysteme technisch nicht gewährleistet werden kann. Darüber hinaus ist der Abstand zwischen regulären Flugrouten bzw. Flughäfen in einigen Fällen so klein, dass die Reaktionszeit sowohl für die vollständige Vernebelung als auch für die für die Aktivierung von Störsendern für eine wirksame Abwehr nicht ausreichen würde.
Ein Terrorangriff auf ein Atomkraftwerk hätte, sollte er gelingen, katastrophale Auswirkungen in der Umgebung. Viele Menschen würden sterben oder lebensgefährlich erkranken, weite Landstriche und Städte wären Jahrhunderte lang unbewohnbar. All das haben die Menschen nach der Katastrophe von Tschernobyl vor 26 Jahren leidvoll erfahren müssen.
Es gibt nur einen wirksamen Schutz vor Terrorangriffen und der heißt: Atomkraftwerke abschalten!