Marlies Fritzen Portrait_172
PM Nr.066.07 vom 02.10.2007

Knickschutz kannste knicken

Zu den im Landwirtschaftsministerium vorbereiteten neuen "Handlungsempfehlungen" zum Knickschutz erklärt die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

Jetzt ist endgültig klar: Knickschutz in Schleswig-Holstein kann man knicken. Die für Schleswig-Holsteins Kulturlandschaft so typischen Knicks sind – nachdem ihr besonderer Schutz bereits im neuen Landesnaturschutzgesetz aufgehoben wurde – nun akut bedroht.

Die artenreichen Knicks bieten zahlreichen Vögeln, Kleintieren, Amphibien und Insekten vielfältigen Lebensraum und ein breites Nahrungsangebot. Gleichzeitig schützen sie die Felder vor Wind- und Wassererosion. Dennoch werden Knickbeseitigungen und –verschiebungen aus wirtschaftlichen Gründen, ohne angemessenen Ausgleich erleichtert.

Es reicht nicht, einen alten Knick mit gewachsenem Baum- und Strauchbestand in gleicher Länge neu anzulegen oder gar zu verschieben. Ein solches Biotop hat sich über Jahre herausgebildet und seine größte Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Um die gleiche biologische Qualität des Lebensraums zu bewahren, fordern wir, wie es naturschutzfachlich geboten ist, einen Ausgleich in doppelter Länge.

Mit dem vorliegenden Entwurf schadet das Landwirtschaftsministerium nicht nur nachhaltig dem Umweltschutz, sondern auch dem Tourismus im Land. Die Menschen kommen nach Schleswig-Holstein, um unsere abwechslungsreiche Landschaft zu genießen und nicht um ausgeräumte Agrarsteppen zu besichtigen.

Wieder einmal hat der Bauernverband seinem Minister "erfolgreich" die Feder geführt. Sein Amt als Umweltminister sollte Herr von Boetticher endlich abgeben.

*****


(c) BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Landesverband Schleswig-Holstein
Pressesprecherin
Claudia Jacob
Wilhelminenstr. 18
24103 Kiel
Tel.: 0431 / 59338 - 0
Fax: 0431 / 59338 - 25
Mobil: 0172 / 541 83 53
Mitglied werden2011_184
Projekt Fifty-fifty
Endplakat-Castor
button programm neu
RSS Logo