Gen-Raps muss dauerhaft und sicher vernichtet werden
Zur Ausbringung von gentechnisch verunreinigter Rapssaat in Schleswig-Holstein erklärt die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:
Die Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch verändertem Rapssamen ist skandalös und zeigt, dass die grüne Gentechnik nicht beherrschbar ist. Bei Raps ist die Gefahr der Auskreuzung besonders groß, weshalb der Anbau gentechnisch veränderter Rapssorten in Deutschland bislang nicht zugelassen ist. Rapssamen können überdies jahrzehntelang im Boden überdauern und keimfähig bleiben und sich über sehr weite Entfernungen ausbreiten.
Wir Grüne fordern deshalb Landwirtschaftsminister von Boetticher auf
1. sicherzustellen, dass sämtliche verunreinigte Saat und der Rapsaufwuchs vernichtet werden;
2. alle in Schleswig-Holstein betroffenen Flächen – insgesamt rund 300 Hektar – im Standortregister anzuzeigen;
3. als zusätzliche Sicherungsmaßnahme den Anbau von Raps auf den betroffenen Flächen für zehn Jahre zu untersagen, um späteres Keimen erkennen zu können und weitere Ausbreitung zu verhindern
4. und begleitend dazu ein zehnjähriges Monitoring auf Kosten des Saatgutunternehmens.
Der agrarpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Detlef Matthiessen, ergänzt: Die betroffenen Landwirte, die das gentechnisch verseuchte Saatgut unwissentlich ausgebracht haben, müssen vom Hersteller entschädigt werden. Dies gilt für sämtliche entstehende Folgekosten, einschließlich der Beschränkung in der Fruchtfolge.
Beide erklären abschließend: Die Landeregierung muss unverzüglich handeln. Der Agrarstandort Schleswig-Holstein als Land der gentechnikfreien Erzeugung von Lebensmitteln steht auf dem Spiel.
Landesverband Schleswig-Holstein
Pressesprecherin
Claudia Jacob
Wilhelminenstr. 18
24103 Kiel
Tel.: 0431 / 59338 - 0
Fax: 0431 / 59338 - 25
Mobil: 0172 / 541 83 53