So kommt man in die Zeitung aber nicht in die Regierung
Die Äußerung von Wolfgang Kubicki, FDP und Grüne sollten eine "strategische Partnerschaft" eingehen, kommentieren die Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen.
Marlies Fritzen erklärt: "Der Sommer geht zu Ende, das Theater hört nicht auf. Herr Kubicki ist aus dem Sommerloch aufgetaucht, und es folgt der Komödie dritter Akt. Nach dem Flirt mit der SPD kurz vor der letzten Landtagswahl, den ewigen Treueschwüren gegenüber Carstensen und der CDU, will er also nun zur Abwechslung mit den Grünen anbändeln.
In der Natur sind Männchen, die ganzjährig balzen und dennoch zu keinem Bruterfolg kommen vom Aussterben bedroht. Vielleicht sollte man Herrn Kubicki unter Artenschutz stellen."
Robert Habeck ergänzt: "Kubicki scheint der einzige seiner Art zu sein, der im Umweltbereich Schnittmengen mit den Grünen erkennt. Gerade da ist mit der Atom- und Gentechnik-FDP aber kein Staat zu machen. In der Sozialpolitik setzt die FDP auf Steuersenkungen, Marktradikalismus, Privatisierungswahn, einen magersüchtigen Staat, Absenkung der Sozialbezüge. Wie das mit den grünen Konzepten von Bürgerversicherung bis zu solidarischen Steuerreformen zusammen gehen soll, bleibt Kubickis Geheimnis. Und Gemeinsamkeit in Bürgerrechtsfragen gibt es nur, wenn man Bürgerrechte engstmöglich fasst. Gleichstellung von Frauen, Antidiskriminierung, gleicher Zugang zu Bildung – nirgends ist die FDP dabei."
Beider Fazit lautet: "Seriöse Politik sieht anders aus. So kommt man vielleicht in die Zeitung aber nicht in die Regierung."
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