PM Nr.029.07 vom 26.04.2007

Proteste gegen Gen-Versuch in Schuby

Heute morgen protestierte ein breites Bündnis von Verbänden, Bioland, die Bürgerinitiative "Gentechnikfreies Schleswig-Holstein", der BUND, Greenpeace, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sowie Bündnis 90/Die Grünen gegen die neuerliche Aussaat von genmanipuliertem Mais in Schuby (Kreis Schleswig-Flensburg).

Erst vor wenigen Tagen, am 16. April, wurde im Standortregister veröffentlicht, dass Monsanto einen Freisetzungsversuch mit Gen-Mais, Konstrukt NK 603, plant. Dieser Mais ist gentechnisch so verändert, dass er resistent ist gegen das Breitband Herbizid Roundup Ready – ebenfalls von Monsanto vertrieben.

Andrea Kraus, von der Bürgerinitiative gentechnikfreies Schleswig-Holstein, erklärte das Prinzip: "Das 'Unkraut' und die Felder werden tot gespritzt, nur die von Monsanto gentechnisch veränderten Pflanzen überleben den Einsatz des Pflanzengiftes Roundup Ready." Die DemonstrantInnen verwiesen auf neuere wissenschaftliche Untersuchungen, nach denen der Roundup Ready Wirkstoff 'Glyphosat' das Bodenleben schädigt, sich im Grundwasser anreichert und eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier ist.

Für den Landesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, ist genau das der Hebel für Landwirtschaftsminister von Boetticher in das Verfahren einzugreifen: "Wenn es den begründeten Verdacht gibt, dass die Gesundheit der Bevölkerung und der Natur auf dem Spiel steht, muss der Umweltminister die Versuche stoppen."

Die Bio-Landwirtin Barbara Rudolf, deren Felder in unmittelbarere Nähe des Testgeländes sind, unterstrich die existenzbedrohende Situation, in die Biolandwirte durch Gen-Verunreinigungen gebracht werden. Eine friedliche Koexistenz von Ökolandbau und Gen-Landwirtschaft könne es nicht geben, dafür sind die Gen-Produkte zu aggressiv.

Robert Habeck unterstrich, dass Schleswig-Holstein sich klar gegen die Gen-Technologie stellen müsse. "Die Menschen im Land wollen gesunde und ökologische Nahrungsmittel. Das ist die Zukunft der Landwirtschaft, nicht Monopole und Industrieunternehmen amerikanischer Großkonzerne", stellte der Landesvorsitzende der Grünen fest.

 


(c) BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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