
Grüne Kulturpolitik gegen eine Politik der Kulturlosigkeit
Zur Gründung der neuen Landesarbeitsgemeinschaft "Kultur" von Bündnis 90/Die Grünen erklärt der Landesvorsitzende, Robert Habeck:
Die politische Diskussion - auch in Schleswig-Holstein - konzentriert sich auf Zahlen und ökonomische Fragen. Zu schnell verliert sie dabei das Leben der Menschen aus dem Blick. Dringend notwendig ist, mit der Kultur des "immer schneller", "immer mehr", "immer reicher" zu brechen und den Menschen Freiräume zur Entfaltung kreativer Potenziale einzuräumen.
Wir Grüne unternehmen mit der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur den Versuch, eine Gegenbewegung einzuleiten. Wir haben in unseren Reihen überdurchschnittlich viele Kulturschaffende, Kunstinteressierte, kulturell Engagierte. Wir werden zur Kommunalwahl einen deutlichen Akzent auf die Kultur in den Kommunen setzen.
Talente zu fördern und Toleranz zu leben, bedeutet, die starren Grenzen zwischen Institutionen aufzubrechen - das ist das Gegenteil von Hochschulrat, Profiloberstufe, konventioneller Verkehrspolitik und pompösen Empfängen.
Ein gesundes, lebensfreundliches, regional-typisches Lebensumfeld zu schaffen und zu erhalten, bedeutet die "weichen" Politikfelder - Umweltpolitik, Infrastrukturpolitik, Verbraucherschutzpolitik, Landschaftsschutz - als neue Bausteine für eine höhere Lebensqualität zu begreifen.
Die Universitäten und Schulen sollten nicht nur als Ausbildungszentren verstanden werden, sondern als Bildungszentren, musische, kreative Prozesse also im Unterricht aufgewertet werden. Ein Prozess, der schon in den Kitas beginnen soll.
Andere Kulturen müssen als Chance begriffen und integriert werden, statt deren Assimilation zu betreiben.
Stadt- und Raumentwicklungen sollten sich nicht nur auf Betonbauten konzentrieren, sondern kreative Laboratorien und Freiräume für Menschen schaffen.
Eine Verflüssigung der Grenze zwischen Erwerbs- und ehrenamtlicher Arbeit würde die der Vielzahl der Tätigkeiten und Begabungen von Menschen gerecht.
Die öffentlichen Mittel sollten umgeschichtet werden und gezielt für eine Förderung von neuen Medien und innovativen Entwicklungen eingesetzt werden.
Kultur wird von den Regierungschefs bundesweit wird als Chefsache definiert und den Staatskanzleien subsumiert. Das ist eine Missachtung, Verkennung und Korrumpierung des Grundcharakters von Kultur. Sie ist nicht Chefsache, sondern ihre Infragestellung.
Landesverband Schleswig-Holstein
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